OSU - das bedeutet es!

Fitness & Health

von Yves Mathis - Sensei 618 Ansichten

Die Bedeutung von “Osu”

Wer das Dojo das erste Mal betritt, wird schnell auf einen Begriff stoßen, der fremd und dennoch allgegenwärtig ist. Von der Matte tönt es häufig „Osu“ (gesprochen „Us“). Ganz gleich, in welchem Training, die Sportler scheinen etwas damit auszudrücken, ein Inhalt muss damit verknüpft sein. Aus diesem Grund wollen wir uns diesen viel genutzten Begriff, dieses kleine und doch so bedeutungsvolle Wort „Osu“ genauer ansehen.

Im Karate trifft mal überall auf diesen Begriff, ob im Dojo oder auf Lehrgängen und Trainingslagern. Einem Karateka ist dieser Begriff so eigen, dass er oftmals fester Bestandteil des Vokabular wird. Zum einen ist ein „Osu“ eine Form der Begrüßung, ganz gleich, ob man eine Person auf der Matte, im Dojo oder den Trainingsort selbst angrüßt. Im Karate gehört es zum guten Ton mit einem „Osu“ seinen Respekt und seine Anerkennung gegenüber dem Trainingsort und den Lehrern auszudrücken. Innerhalb des Trainings wird das „Osu“ auch als ein Synonym für „ich habe verstanden“ oder ein einfaches „Ja“ verwendet. Auf einen Hinweis oder eine Aufforderung wird also stets mit „Osu“ geantwortet. Doch die wesentliche Bedeutung des „Osu“ lässt sich nicht auf eine schlichte Begrüßungsformel oder ein Bejahen reduzieren. Der Ursprung dieses Worts geht auf die japanische Sprache zurück und hat einen tieferen, spirituellen Sinn, welcher das Wesen des Vollkontakt Karate (Kyokushin) ausmacht, so wie es im Dojo trainiert wird.

Der japanische Ursprung geht auf „Oshi shinobu“ zurück, wobei die erste Silbe „aufrecht erhalten, Beständigkeit” bedeutet und das zweite Wort soviel wie „ertragen, erdulden” oder „Geduld“. Der Kern des „Osu“ ist demnach eine Bekundung nicht aufzugeben, wenn es hart oder schwer wird, nicht nachzugeben und sein Möglichstes zu leisten. Zusätzlich unterstreicht es die Bereitschaft, geduldig zu sein, sich in seinen Übungen immer wieder zu wiederholen, bis man eine Technik meistert.

Im Kyokushin Karate ist das „Osu“ daher ein Ausdruck über die Bereitschaft alles zu geben, Respekt zu zollen und fleißig zu sein. Betritt man die Matte, so sagt man hörbar „Osu“ und erkennt damit die Regel des Dojos und alle, die darin trainieren an. Jeder Schüler soll sich bewusst sein, dass wenn er „Osu“ sagt, es einem Bekenntnis gleich kommt. Er bekennt sich zu dem Sport, Leistungsbereitschaft und den vor ihm liegenden Aufgaben im Training.
Im Karate geht es um Selbstvervollkommnung, und der Weg dies zu erreichen ist ein Training voller Unannehmlichkeiten, Hürden wie Anstrengung und Müdigkeit gilt es permanent zu überwinden. Doch am Ende einer jeden Einheit verlässt man das Dojo befreit und ein kleines Stück gestärkt im Charakter und im Geist.

Das ist der Sinn allen Trainings und die Bedeutung von “Osu”.

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Yves Mathis - Sensei

Grad 3. Dan seit 2017 - Kategorie Sensei
Am 30.09.1993 im Alter von 10 Jahren begann ich mit Kyokushinkai Karate bei Sensei Erich Frehner in Trimmis.
Ich war nie der Mannschaftssportler – im Karate habe ich eine Sportart gefunden in der man zusammen Trainieren und besser werden kann – im Wettkampf bist du jedoch auf dich allein gestellt – du alleine bist für deine Resultate verantwortlich.
2009 durfte ich das Dojo von Sensei Erich Frehner übernehmen.
Ich liebe es Menschen an ihr Limit zu führen, so dass sie ihre Komfortzone verlassen müssen.
Bei den Kindern ist meine Überzeugung «zeige ihnen ihre Stärken» Es gibt schon genug die das Gegenteil machen.

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